Energiebeziehungen EU-Algerien: die Wende wagen

ZUM BEITRAG ENGLISCH

Im letzten Jahrzehnt ist der Anteil an algerischem Gas in EU-Gasimporten deutlich zurückgegangen. Als ein wichtiger europäischer Energielieferant steht Algerien zurzeit vor großen Herausforderungen. Einerseits führt der schnell steigende Inlandsenergieverbrauch zu einer Reduzierung der zum Export verfügbaren Gasmengen, was sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeiten des algerischen Energiesektors auswirkt. Andererseits geht die Gasproduktion aufgrund der Erschöpfung alter Gasfelder und fehlender Investitionen kontinuierlich zurück.

Die hohe Abhängigkeit der algerischen Wirtschaft von den Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft macht die kritischen Entwicklungen im algerischen Energiesektor zu einer Bedrohung für die wirtschaftliche und politische Stabilität des Landes. Dies könnte wiederum direkte Auswirkungen auf die europäische Energiesicherheit, die Resilienz der Südlichen Nachbarschaft, und potentiell sogar die Sicherheit der EU selbst haben.

Dieses Policy Papier adressiert die Notwendigkeit einer gezielten Energiekooperation zwischen der EU und Algerien. Konkret schlägt die Autorin Jekaterina Grigorjeva eine EU-unterstützte Energiewende in Algerien als eine potentielle Lösung vor. Die Initiative könnte auf Basis von zwei bereits vorhandenen Instrumenten der EU-Politik etabliert werden: dem EU-Algeria Energy Business Forum sowie dem überarbeiteten Konzept der Europäischen Nachbarschaftspolitik.