Energie: Versorgungssicherheit zu national gedacht?

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Kapazitätsmechanismen in der EU: Versorgungssicherheit zu national gedacht?

Am 25. Februar hat die Europäische Kommission ihre Strategie zur Etablierung einer Energieunion vorgestellt. Nun besteht die Gefahr, dass die Reaktion der Kommission auf dringende Probleme der Mitgliedstaaten in dem Bereich der Energiesicherheit zu spät kommt. Nationale Strategien zur Stärkung der Versorgungssicherheit und Verbesserung des Market Designs wurden bereits von den einzelnen Mitgliedstaaten unilateral in Bewegung gesetzt.

Welche Auswirkungen haben die nationale Initiativen, insbesondere die Kapazitätsmechanismen, für den Energiebinnenmarkt? Untergraben die nationalen Strategien die bestehenden Grundlagen des europäischen Elektrizitätshandels? Diese Fragen stellt sich Jekaterina Grigorjeva in Ihrem Paper und trifft dabei folgende Kernaussagen:

  1. Kapazitätsmechanismen können potenziell die Funktionalität des bestehenden Elektrizitätsmarktes verbessern, aber nur unter Bedingung eines koordinierten Vorgehens der Mitgliedstaaten. Unilateraler Handel einzelner Mitgliedstaaten bringt negative Auswirkungen für den Energiebinnenmarkt mit sich.
  2. Auch wenn die Implementierung eines Kapazitätsmechanismus‘ auf der nationalen Ebene eine schnelle und wirksame Lösung in Bezug auf Investitionsanreize darstellt, kann sie tiefliegende Probleme der bestehenden Überkapazitäten nicht lösen.
  3. Eine nachhaltige Lösung liegt in der Erweiterung des europäischen Elektrizitätsnetzwerkes und in der Intensivierung der grenzübergreifenden Energiekooperationen in der EU.